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Wechseljahre

Wechseljahresbeschwerden

Der Begriff Wechseljahre kommt aus dem Griechischen: Klimakterium = kritischer Punkt im menschlichen Leben. Gemeint ist die mehrere Jahre lang andauernde Übergangsphase von der vollen Geschlechtsreife der Frau bis zum vollständigen Erlöschen der Eierstocksfunktion, der hormonellen Ruhephase. Ein bis zwei Drittel aller Frauen leiden im Klimakterium unter Beschwerden, die behandlungsbedürftig sind.

Die subjektiven Beschwerden sind unter Anderem:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit
  • Depressionen
  • Lustlosigkeit
  • Leistungsabfall

In Folge des Östrogenmangels werden darüber hinaus folgende Veränderungen beobachtet:

  • Ausbleiben und Unregelmäßigkeiten der Menstruationsblutung
  • Veränderungen an Haut und Haaren
  • Gewichtsprobleme
  • Osteoporose (Knochenentkalkung, Knochenbrüchigkeit)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Harnwegsinfektionen, Blasenschwäche
  • Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane

Die Frage von Nutzen und Risiken einer Hormonsubstitution (HRT) in den Wechseljahren geht noch immer mit vielen Verunsicherungen besonders im Hinblick auf die Entstehung eines Mamma-Karzinoms (Brustkrebs) einher. Nach neuen aktuellen Studien treten jedoch die Vorteile einer niedrig dosierten Hormonsubstitution wieder eindeutig in den Vordergrund.

Es steht außer Frage, dass die oben genannten klimakterischen Beschwerden durch eine HRT schnell und effektiv behandelt werden können. So sinkt unter einer HRT die Häufigkeit von Hitzewallungen um 77 % und die Schwere der Beschwerden um 87 % im Vergleich zu einem so genannten „Placebo-Präparat“, das keinerlei Wirksamkeit besitzt und bei klinischen Studien als Vergleichsmedikament verwendet wird.

Inzwischen ist auch belegt, dass eine frühzeitig in den Wechseljahren begonnene Hormonsubstitution – anstatt einer abrupt einsetzenden Hormonzufuhr nach Jahren des Hormonmangels! – für die betroffenen Frauen viele Vorteile bringt: Neben der Beseitigung von klimakterischen Beschwerden bringt eine früh nach der Menopause (letzte Periodenblutung einer Frau) begonnene Hormonsubstitution eindeutige Vorteile hinsichtlich der Prävention (Vorbeugung) von Osteoporose und kolorektalen Karzinomen (Dickdarmkrebs) um 30 bis 40 %.

Unter einer alleinigen Östrogentherapie bei Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, konnte außerdem eine Senkung der allgemeinen Mortalität nachgewiesen werden, wenn die Hormonsubstitution frühzeitig begonnen wurde. Viele Fachgesellschaften sind sich inzwischen darin einig, dass Nutzen und Risiko einer Hormonsubstitution vom Zeitpunkt des Beginns einer HRT und vom Alter einer Patientin abhängen.

Zu betonen ist, dass Nutzen und Risiken vor dem Beginn einer Hormonsubstitution sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen und auch der eigene Wille der Patientin mit berücksichtigt wird. Letztendlich sollte die Patientin selbst entscheiden, ob sie eine Hormonersatztherapie anwenden möchte oder nicht. Der Arzt hat lediglich die Aufgabe, jede einzelne Patientin sorgfältig aufzuklären und Argumente für oder gegen die Hormonsubstitution in jedem Einzelfall aufzuzeigen. In die Aufklärung sollten auch weitere bekannte Risikofaktoren wie Alkohol, Übergewicht oder Bewegungsmangel mit einbezogen werden. Es sollte jedoch auch der Nutzens einer möglichen Therapie besonders im Hinblick auf Wechseljahrssymptomatik wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen hervorgehoben werden. Letztendlich ist der subjektive Leidensdruck einer Patientin ausschlaggebend, um eine therapeutische Intervention mittels HRT zu rechtfertigen.

Eine Patientin sollte jedoch keinesfalls zu einer Therapie überredet werden, von der sie selbst nicht überzeugt ist!

Die Behandlung muss jährlich auf ihre Wirksamkeit und Indikation überprüft werden.